Die Anführungszeichen
Wann verwendet man Anführungszeichen im Französischen?
Anführungszeichen (les guillemets) werden auf Französisch in der Regel verwendet, um die direkte Rede einzurahmen, aber das ist nicht ihre einzige Funktion. In diesem Kapitel erfährst du mehr über die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten von Anführungszeichen.
Bemerke! Im Französischen wird zwischen nachfolgendem und vorangehendem Wort oder Satzzeichen immer ein Leerzeichen gesetzt.
- Beispiel:
- « On ne voit bien qu’avec le cœur. L’essentiel est invisible pour les yeux. »Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (Antoine de Saint-Exupéry, Le Petit Prince)
Direkte Rede und Zitate
Aussagen in direkter Rede müssen in Anführungszeichen gesetzt werden.
- Beispiele:
- L’envie la prit de courir le rejoindre, de se jeter dans ses bras, de lui dire : « C’est moi, je suis à toi ! »Sie verspürte den Drang, zu ihm zu laufen, sich in seine Arme zu werfen und ihm zu sagen: „Ich bin es, ich gehöre dir!“ (Madame Bovary, Gustave Flaubert)
- « Pourquoi ne m’as-tu rien dit ? » demanda-t-elle.
- Je ne me suis pas aperçu d’abord qu’il me tutoyait. C’est seulement quand il m’a déclaré : « Maintenant, tu es un vrai copain », que cela m’a frappé. Il a répété sa phrase et j’ai dit : « Oui. »„Warum hast du mir nichts gesagt?“, fragte sie.
Ich habe zunächst nicht bemerkt, dass er mich duzte. Erst als er mir sagte: „Jetzt bist du ein echter Kumpel“, fiel es mir auf. Er wiederholte seinen Satz, und ich sagte: „Ja.“ (L’étranger, Albert Camus)
Anführungszeichen werden verwendet, um Zitate einzurahmen, auch wenn sie nicht Teil einer direkten Rede sind.
- Beispiele:
- Chamfort, dans ses Maximes et Pensées, écrivait : « La plus perdue de toutes les journées est celle où l’on n’a pas ri. »
- « À vaincre sans péril on triomphe sans gloire. »Chamfort schrieb in seinen Maximen und Gedanken: „Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat.“
„Wer ohne Gefahr siegt, triumphiert ohne Ruhm.“ (Le Cid, Pierre Corneille)
Zitat eines ganzen Satzes
Wenn ein ganzer Satz zitiert wird, wird dieser oft mit einem Doppelpunkt eingeleitet (das ist jedoch nicht immer der Fall, siehe die obigen Beispiele). Der Satz in Anführungszeichen beginnt mit einem Großbuchstaben und hat eine eigene Zeichensetzung. Nach dem schließenden Anführungszeichen muss kein Punkt gesetzt werden, wenn der umgebende Satz beendet ist.
- Beispiel:
- La marchande criait en direction des passants : « La barquette de fraises tout juste cueillies pour 2 euros seulement ! » Marie-Pierre s’arrêta pour regarder les fruits avec envie.Die Verkäuferin rief den Passanten zu: „Eine Schale frisch gepflückter Erdbeeren für nur 2 Euro!“ Marie-Pierre blieb stehen und betrachtete die Früchte voller Sehnsucht.
- nicht:
La marchande criait en direction des passants : « La barquette de fraises tout juste cueillies pour 2 euros seulement ! ». Marie-Pierre s’arrêta pour regarder les fruits avec envie.
Das Zitat verliert hingegen seinen Punkt (aber nicht die Ausrufe-, Frage- oder Ellipsenzeichen), wenn der umgebende Satz nach den Anführungszeichen weitergeht.
- Beispiel:
- « Je pense que tous les étudiants devraient se rassembler dans l’amphithéâtre pour discuter de ce problème », dit Pauline.„Ich finde, alle Studenten sollten sich im Hörsaal versammeln, um dieses Problem zu besprechen“, sagte Pauline.
- nicht:
« Je pense que tous les étudiants devraient se rassembler dans l’amphithéâtre pour discuter de ce problème. », dit Pauline.
Zitat eines Wortes oder einer Wortgruppe
Anführungszeichen können nur einen kurzen Textabschnitt (ein Wort oder eine Wortgruppe) umschließen. Der in Anführungszeichen gesetzte Teil ist der einzige, der nicht vom Sprecher stammt. Er beginnt nicht mit einem Großbuchstaben und wird nicht durch einen Doppelpunkt eingeleitet. Die abschließende Zeichensetzung steht hinter den Anführungszeichen.
Wird ein Satz zitiert, der mit der Konjunktion que eingeleitet wird, bleibt diese außerhalb der Anführungszeichen (sie gehört nicht zum Zitat). Gleiches gilt für den Artikel und das Demonstrativ-, Possessiv- oder Interrogativpronomen, das einem in Anführungszeichen stehenden Wort vorangeht.
- Beispiele:
- Qu’entends-tu par « tout recommencer » ?Was meinst du mit „von vorne anfangen“?
- Marc a tout simplement « oublié » de me dire qu’il ne pouvait pas venir.Marc hat ganz einfach „vergessen“, mir zu sagen, dass er nicht kommen konnte.
- Pendant son discours, la Ministre de l’Écologie, du Développement durable et de l’Énergie a parlé d’un « nouveau modèle énergétique français ».Während ihrer Rede sprach die Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie von einem „neuen französischen Energiemodell“.
- Le patron a affirmé qu’« au vu des statistiques les plus récentes », la situation allait bientôt s’arranger.Der Chef erklärte, dass sich die Lage „angesichts der neuesten Statistiken“ bald bessern werde.
Einschub
In den zitierten Satz kann ein kurzer Einschub eingefügt werden. Dabei ist es nicht notwendig, die Anführungszeichen zu schließen und wieder zu öffnen.
- Beispiel:
- « Allons boire le thé dans le jardin, leur dit-elle, et profitons de ce bel après-midi ensoleillé. »„Lasst uns im Garten Tee trinken“, sagte sie zu ihnen, „und diesen schönen sonnigen Nachmittag genießen.“
- nicht:
« Allons boire le thé dans le jardin », leur dit-elle, « et profitons de ce bel après-midi ensoleillé. »
Bei einem langen Einschub müssen die Anführungszeichen hingegen geschlossen und wieder geöffnet werden.
- Beispiel:
- « Ouvrez vos manuels à la page 43 », dit le professeur aux élèves qui avaient bien du mal à rester concentrés par cette belle journée d’été, « et répondez aux questions portant sur le texte de Jean-Paul Sartre. »„Schlagt eure Lehrbücher auf Seite 43 auf“, sagte der Lehrer zu den Schülern, denen es an diesem schönen Sommertag schwerfiel, sich zu konzentrieren, „und beantwortet die Fragen zum Text von Jean-Paul Sartre.“
Dialoge
Um einen Dialog wiederzugeben, kann man die Anführungszeichen am Anfang der ersten Rede und am Ende der letzten Rede setzen.
- Beispiel:
- « Est-ce qu’on va bientôt dîner ? leur demande Meaulnes avec aplomb.
– Viens avec nous, répond le plus grand, on va t’y conduire. »„Gibt es bald Abendessen?“, fragt Meaulnes selbstbewusst.
– „Komm mit uns, antwortet der Größte, wir bringen dich hin.“ - (Le grand Meaulnes, Alain-Fournier)
Man kann einen Dialog aber auch ganz ohne Anführungszeichen wiedergeben.
- Beispiel:
- Une heure sonna à quelque clocher lointain, il demanda au garçon :
– Quelle est cette heure ?
– Sept heures, monsieur. Nous serons à Arras à huit. Nous n’avons plus que trois lieues.Eine Uhr schlug an einem entfernten Glockenturm, er fragte den Jungen:
– Wie spät ist es?
– Sieben Uhr, Monsieur. Um acht Uhr werden wir in Arras sein. Wir haben nur noch drei Meilen vor uns. - (Les Misérables, Victor Hugo)
Die verschiedenen Ebenen von Zitaten
Es kommt vor, dass ein Zitat selbst ein zweites Zitat enthält. Das erste Zitat wird dann normalerweise in französische Anführungszeichen (« ») gesetzt, während das Zitat der zweiten Ebene in englische Anführungszeichen (“ ”) gesetzt wird. Fügt man eine dritte Zitatebene hinzu – ein Zitat, das im zweiten Zitat enthalten ist –, verwendet man einfache Anführungszeichen (‘ ’).
- Beispiel:
- Mon collègue professeur de philosophie m’a dit : « J’ai demandé aux étudiants : “Pouvez-vous répondre à la question suivante ? ‘Les arbres font-ils du bruit en tombant s’il n’y a personne pour les entendre ?’ ” »Mein Kollege, der Philosophieprofessor, sagte zu mir: „Ich habe die Studenten gefragt: ‚Könnt ihr die folgende Frage beantworten? ‚Machen Bäume Geräusche, wenn sie umfallen, wenn niemand da ist, um sie zu hören?‘“
Man sollte sich also das folgende Schema merken:
- 1. Zitatebene → « »
- 2. Zitatebene → “ ”
- 3. Zitatebene → ‘ ’
Vergiss nicht, alle Anführungszeichen richtig zu schließen!
Titel
Wenn in schulischen und akademischen Arbeiten sowohl der Titel eines Werks oder einer Zeitschrift als auch der Titel eines Teils dieses Werks (z. B. der Titel eines Gedichts in einem Gedichtband, der Titel eines Kapitels in einem Roman usw.) oder eines Artikels dieser Zeitung zitiert wird, muss der Titel des Werks kursiv gesetzt (in einem handschriftlichen Text unterstrichen) und der Titel des Teils in Anführungszeichen gesetzt werden.
- Beispiele:
- As-tu lu l’article « L’œuvre d’art, une arme à neutraliser ? » dans Libération ?Hast du den Artikel „Das Kunstwerk, eine Waffe, die es zu neutralisieren gilt?“ in der Libération gelesen?
- Nous avons étudié le poème « Mon rêve familier » dans le recueil Poèmes saturniens, de Paul Verlaine.Wir haben das Gedicht „Mon rêve familier“ aus dem Gedichtband Poèmes saturniens von Paul Verlaine behandelt.
- Je suis en train de relire le chapitre « La cruche cassée » dans Notre-Dame de Paris.Ich lese gerade das Kapitel „Der zerbrochene Krug“ aus Notre-Dame von Paris noch einmal.
- Veuillez vous référer à la section « Mythe et récit poétique » dans l’étude de Jean-Yves Tadié intitulée Le récit poétique.Bitte schau dir den Abschnitt „Mythe et récit poétique“ in der Studie von Jean-Yves Tadié mit dem Titel Le récit poétique an.
Info
Wenn man nur den Titel eines Teils eines Werks oder eines Zeitungsartikels zitiert, ohne die Quelle anzugeben, wird dieser Titel normalerweise kursiv gesetzt.
- Beispiele:
- As-tu lu l’article L’œuvre d’art, une arme à neutraliser ?Hast du den Artikel L’œuvre d’art, une arme à neutraliser gelesen?
- Nous avons étudié le poème Mon rêve familier, de Paul Verlaine. Wir haben das Gedicht Mon rêve familier von Paul Verlaine behandelt.
- Je suis en train de relire le chapitre La cruche cassée.Ich lese gerade das Kapitel La cruche cassée noch einmal.
- Veuillez vous référer à la section Mythe et récit poétique.Bitte schau dir den Abschnitt Mythe et récit poétique an.
Hervorhebung
Wenn man ein Wort oder eine Wortgruppe in einem französischen Satz hervorheben möchte, kann man das betreffende Element in Anführungszeichen setzen. Oft ist es auch möglich, es kursiv zu schreiben, wobei diese beiden Verfahren dann konkurrieren.
- Anführungszeichen können ein Zeichen dafür sein, dass der Erzähler Abstand zu dem nimmt, was er sagt. Er zeigt damit, dass das in Anführungszeichen gesetzte Wort nicht zu seinem Wortschatz gehört. Es kann sich um einen Regionalismus, ein umgangssprachliches oder vulgäres Wort, eine ungeschickte Formulierung, ein Fremdwort usw. handeln.
- Beispiele:
- Maxime m’a demandé d’aller chercher la « petiote » à la sortie de l’école.Maxime hat mich gebeten, die „Kleine“ nach der Schule abzuholen.
- Hier, je suis allée au zoo avec mon petit cousin et il n’arrêtait pas de me demander où étaient les « crocrodiles ».Gestern war ich mit meinem kleinen Cousin im Zoo und er hat mich ständig gefragt, wo die „Krokrodile“ seien.
- Le mot philosophie est composé des mots grecs « philein » (aimer) et « sophia » (la sagesse).Das Wort „Philosophie“ setzt sich aus den griechischen Wörtern „philein“ (lieben) und „sophia“ (Weisheit) zusammen.
- Anführungszeichen können auch dazu dienen, bestimmte Wörter (Fachbegriffe, Neologismen, Fremdwörter usw.) nicht zu distanzieren, sondern hervorzuheben.
- Beispiele:
- Nous avons passé des vacances merveilleuses en Italie, c’était vraiment la « dolce vita ». Wir haben einen wundervollen Urlaub in Italien verbracht, es war wirklich die „dolce vita“.
- Il faut obligatoirement mettre une virgule entre des mots ou des propositions qui sont coordonnés sans mot de liaison. Ce procédé s’appelle la « juxtaposition ». Es ist unbedingt notwendig, zwischen Wörtern und Sätzen, die ohne Verbindungswort nacheinander folgen, ein Komma zu setzten. Diese Vorgehensweise nennt sich „Juxtaposition“.